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BAB und Zuschlagssätze

Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilen, Hilfskostenstellen umlegen und daraus die Zuschlagssätze für die Kalkulation bilden.

Musteraufgaben mit Lösung: BAB und Zuschlagssätze

So sehen die Aufgaben in dieser Übung aus. Jede Runde hat zehn neue Aufgaben: fünf auf Basis-Niveau, drei schwere und zwei extra schwere, so gemischt wie in der Klausur. Rechne die Beispiele zuerst selbst und vergleiche dann jeden Schritt.

Basis

Beispiel 1: Gemeinkosten verteilen

Im BAB der Möbelfabrik Krämer KG sind die Gemeinkosten für September auf die vier Hauptkostenstellen zu verteilen. Direkt aus Belegen zugeordnet: Gehälter (Gehaltsliste). Zu verteilen: Sonstige Gemeinkosten (17.600,00 €) im Verhältnis 2 : 3 : 1 : 2 und Stromkosten (15.875,00 €) nach dem Stromverbrauch. Die Schlüssel stehen in der Tabelle.

Berechne für die Kostenstelle Vertrieb die Anteile an den beiden verteilten Kostenarten und die Summe ihrer Gemeinkosten.

Verteilungsschlüssel
SchlüsselMaterialFertigungVerwaltungVertrieb
Verhältnis2312
Strom in kWh10.50045.0006.0002.000
BAB
KostenartSummeMaterialFertigungVerwaltungVertrieb
Gehälter70.4507.3006.25041.75015.150
Sonstige Gemeinkosten (nach Verhältnis)17.6004.4006.6002.2004.400
Stromkosten (nach kWh)15.8752.62511.2501.500500
Summe Gemeinkosten103.92514.32524.10045.45020.050

Ergebnis

Anteil Sonstige Gemeinkosten
4.400,00 €
Anteil Stromkosten
500,00 €
Summe Gemeinkosten Vertrieb
20.050,00 €

Lösungsweg

  1. Sonstige Gemeinkosten: Satz je Anteil

    17.600,00 / (2 + 3 + 1 + 2)

    ⇒ 2.200,00 € je Anteil

  2. Sonstige Gemeinkosten für Vertrieb

    2.200,00 € · 2 Anteile

    ⇒ 4.400,00 €

  3. Stromkosten: Satz je kWh

    15.875,00 / 63.500 kWh

    ⇒ 0,25 € je kWh

  4. Stromkosten für Vertrieb

    0,25 € · 2.000 kWh

    ⇒ 500,00 €

  5. Summe der Gemeinkosten Vertrieb

    15.150,00 + 4.400,00 + 500,00

    ⇒ 20.050,00 €

Worauf du achten musst

  • Erst den Satz je Schlüsseleinheit bilden (Gesamtbetrag durch die Summe der Schlüssel), dann mit der Schlüsselmenge der Kostenstelle malnehmen.
  • Probe: Die Anteile aller Kostenstellen ergeben wieder den Gesamtbetrag der Kostenart.
Schwer

Beispiel 2: Anbauverfahren

Die Möbelfabrik Krämer KG hat zwei Hilfskostenstellen: die Reparaturwerkstatt (Leistung in Std.) und den Fuhrpark (Leistung in km). Die primären Gemeinkosten und die Leistungen im März stehen in der Tabelle.

Verrechne die Hilfskostenstellen nach dem Anbauverfahren. Berechne beide Verrechnungssätze und die Gemeinkosten der Kostenstelle Fertigung nach der Umlage.

BAB mit Hilfskostenstellen (Anbauverfahren)
ReparaturFuhrparkMaterialFertigungVerwaltungVertrieb
Primäre Gemeinkosten67.20015.60013.30030.9009.3006.900
Leistung Reparatur in Std.901209006040
Leistung Fuhrpark in km3.0004.0007.0001.50013.500
Umlage Reparatur−67.200+7.200+54.000+3.600+2.400
Umlage Fuhrpark−15.600+2.400+4.200+900+8.100
Summe nach Umlage0022.90089.10013.80017.400
Verrechnungssatz60,00 €/Std.0,60 €/km

Ergebnis

Verrechnungssatz Reparatur
60,00 €/Std.
Verrechnungssatz Fuhrpark
0,60 €/km
Gemeinkosten Fertigung nach Umlage
89.100,00 €

Lösungsweg

  1. Verrechnungssatz Reparatur = Kosten / Leistung an die Hauptkostenstellen

    Die 90 Std. an Fuhrpark zählen im Anbauverfahren nicht.

    67.200,00 / 1.120 Std.

    ⇒ 60,00 €/Std.

  2. Verrechnungssatz Fuhrpark = Kosten / Leistung an die Hauptkostenstellen

    Die 3.000 km an Reparatur zählen ebenfalls nicht.

    15.600,00 / 26.000 km

    ⇒ 0,60 €/km

  3. Gemeinkosten Fertigung nach Umlage = primäre GK + Umlage Reparatur + Umlage Fuhrpark

    30.900,00 + 60,00 · 900 + 0,60 · 7.000 = 30.900,00 + 54.000,00 + 4.200,00

    ⇒ 89.100,00 €

Worauf du achten musst

  • Das Anbauverfahren ignoriert alle Leistungen zwischen den Hilfskostenstellen. Du teilst nur durch die Leistung an die Hauptkostenstellen.
  • Probe: Die Hauptkostenstellen bekommen zusammen genau die primären Kosten beider Hilfsstellen.

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