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Mathematik

Höhere Mathematik 1 für Ingenieure und Wirtschaftsmathematik für BWL und WiWi: Hier übst du Ableiten, Integrieren und das Gauß-Verfahren, bis jeder Rechenweg sitzt. Mit den Klassikern Gewinnmaximum, Elastizität und Leontief.

Kochrezept: Ableiten, Integrieren, Gauß

  1. 1. Ableiten: erst die Regel finden

    Schau zuerst, wie die Funktion gebaut ist. Eine Summe leitest du gliedweise ab. Ein Produkt zweier Funktionen braucht die Produktregel, ein Bruch die Quotientenregel. Steckt eine Funktion in einer anderen, etwa e3x oder √(2x + 1), kommt die Kettenregel dazu: äußere Ableitung mal innere Ableitung.

    RegelFunktionAbleitung
    Potenzregelxnn · xn−1
    Faktor und Summec · f + gc · f' + g'
    Produktregelu · vu' · v + u · v'
    Quotientenregelu/v(u' · v − u · v')/v2
    Kettenregelf(g(x))f'(g(x)) · g'(x)
    e-Funktioneaxa · eax
    Logarithmusln(x)1/x
    Wurzel√x = x1/21/(2√x)
  2. 2. Extrem- und Wendepunkte

    Setz f'(x) = 0 und löse nach x. Dann entscheidet das Vorzeichen von f'': kleiner 0 ist ein Hochpunkt, größer 0 ein Tiefpunkt. Den y-Wert rechnest du immer mit f aus, nicht mit f'. Wendepunkte findest du genauso mit f''(x) = 0 und f'''(x) ≠ 0.

    Tangente: t(x) = f'(x0) · (x − x0) + f(x0)
  3. 3. Integrieren: Stammfunktion, dann Grenzen

    Bilde die Stammfunktion F mit der Tabelle. Beim bestimmten Integral setzt du die obere Grenze ein und ziehst den Wert an der unteren Grenze ab. Die Konstante C brauchst du nur, wenn eine Bedingung wie F(1) = 4 gegeben ist.

    TypFunktionStammfunktion
    Potenz (n ≠ −1)xnxn+1/(n + 1)
    Kehrwert1/xln|x|
    e-Funktioneax(1/a) · eax
    Linear innen(ax + b)n(ax + b)n+1/(a · (n + 1))
    Ableitung durch Funktiong'(x)/g(x)ln|g(x)|
    ∫ab f(x) dx = F(b) − F(a)Partielle Integration: ∫ u · v' dx = u · v − ∫ u' · v dx

    Substitution hilft, wenn die innere Ableitung als Faktor dasteht, etwa 2x · ex². Partielle Integration hilft bei Produkten wie x · ex: u ist der Teil, der beim Ableiten einfacher wird.

  4. 4. Flächen: an Nullstellen teilen

    Ein Integral zählt Flächen unter der x-Achse negativ. Für einen Flächeninhalt suchst du deshalb zuerst alle Nullstellen im Intervall, integrierst jedes Stück einzeln und addierst die Beträge. Zwischen zwei Kurven integrierst du die Differenz f − g von Schnittstelle zu Schnittstelle.

    A = |∫ax₁ f(x) dx| + |∫x₁b f(x) dx|x₁ ist die Nullstelle im Intervall [a; b].
  5. 5. Gauß-Verfahren: Stufenform, dann rückwärts

    Schreib das LGS als erweiterte Matrix. Mit der ersten Zeile machst du unter dem ersten Eintrag alles zu 0, mit der zweiten Zeile unter dem zweiten. Steht oben links eine 0, tauschst du vorher die Zeilen. Aus der letzten Zeile liest du z ab und setzt von unten nach oben ein.

    Schritte: II − 2 · I, III + I, dann III + 3 · II. Rückwärts: 10z = 30, also z = 3. Dann −y + 9 = 7, also y = 2. Zuletzt x + 4 − 3 = 2, also x = 1.

    ErgebnisRang (n Unbekannte)Stufenform
    genau eine Lösungrang(A) = rang(A | b) = nkeine Nullzeile
    unendlich vielerang(A) = rang(A | b) < nNullzeile 0 = 0
    keine Lösungrang(A) < rang(A | b)Zeile 0 = Zahl ≠ 0

Lehrstühle schreiben manches anders, etwa fx oder ∂f/∂x für partielle Ableitungen und E oder I für die Einheitsmatrix. Die Rechenwege sind dieselben. In der Klausur zählt die Schreibweise deines Skripts.

Wirtschaftsmathematik: die Klassiker

In BWL und WiWi kommen dieselben Werkzeuge mit ökonomischen Namen. Wer ableiten und integrieren kann, löst diese Aufgaben mit einer Formel mehr.

GrößeFormelBedeutung
GrenzkostenK'(x)Kosten der nächsten Einheit, ungefähr
Stückkostenk(x) = K(x)/xKosten pro Stück im Durchschnitt
GewinnmaximumG'(x) = 0, also E'(x) = K'(x)dazu G''(x) < 0
Betriebsminimumkv'(x) = 0kurzfristige Preisuntergrenze kv(xBM)
Elastizitätε = f'(x) · x/f(x)|ε| > 1 elastisch, |ε| < 1 unelastisch
KonsumentenrenteKR = ∫0x₀ p(x) dx − p0 · x0Fläche unter der Nachfrage, über dem Preis
Leontiefx = (E − A)−1 · yaus x = A · x + y

Die Falle beim Gewinnmaximum im Polypol

Mit einer Kostenfunktion dritten Grades hat G'(x) = 0 zwei Lösungen. Die kleinere ist das Gewinnminimum. Prüf deshalb immer G''(x) < 0, bevor du die Menge einträgst.

Partielle Ableitungen

Bei f(x, y) leitest du nach einer Variablen ab und behandelst die andere wie eine Zahl. Für die Cobb-Douglas-Funktion Q = A · Kα · Lβ ergibt das die Grenzproduktivitäten:

QK = α · A · Kα−1 · Lβ; QL = β · A · Kα · Lβ−1

Komplexe Zahlen, Grenzwerte und Taylor

Drei Themen, die in Höherer Mathematik 1 fast immer drankommen. Die Probeklausuren fragen sie ab.

Komplexe Zahlen

Normalform z = x + yi zum Addieren und Multiplizieren, Polarform z = r · eiφ für Potenzen und Wurzeln. Beim Teilen erweiterst du mit dem konjugiert Komplexen des Nenners.

r = |z| = √(x2 + y2); φ = arctan(y/x), bei x < 0 noch ± πzn = rn · einφ; n-te Wurzeln: r1/n · ei(φ + 2πk)/n, k = 0, …, n − 1

Grenzwerte und Reihen

Bei Brüchen teilst du durch die höchste Potenz. Steht 0/0 oder ∞/∞ da, hilft L'Hospital: Zähler und Nenner getrennt ableiten. Wurzeldifferenzen erweiterst du mit der Summe.

Σk=0∞ qk = 1/(1 − q) für |q| < 1; limn→∞ (1 + a/n)n = ea

Taylorpolynom

Das Taylorpolynom nähert f in der Nähe von x0 durch ein Polynom an. Der Koeffizient vor (x − x0)k ist die k-te Ableitung geteilt durch k!.

T2(x) = f(x0) + f'(x0) · (x − x0) + f''(x0)/2 · (x − x0)2

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