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Kennzahlen und Konfidenzintervalle

Von Mittelwert und Varianz einer kleinen Stichprobe bis zum Intervall für μ oder einen Anteil. Varianzen immer mit n − 1.

Musteraufgaben mit Lösung: Kennzahlen und Konfidenzintervalle

So sehen die Aufgaben in dieser Übung aus. Jede Runde hat zehn neue Aufgaben: fünf auf Basis-Niveau, drei schwere und zwei extra schwere, so gemischt wie in der Klausur. Rechne die Beispiele zuerst selbst und vergleiche dann jeden Schritt.

Basis

Beispiel 1: Kennzahlen einer Stichprobe

Der Benzinverbrauch von 10 Autos eines Modells in Litern pro 100 km:

6,3; 5,8; 7,3; 8,0; 6,8; 8,0; 6,2; 6,2; 6,7; 5,7

Berechne das arithmetische Mittel und die Stichprobenvarianz s². Teile bei s² durch n − 1.

5,566,577,58lx̄ = 6,7x̃ = 6,5

Ergebnis

Arithmetisches Mittel x̄
6,7 l
Stichprobenvarianz s² (mit n − 1)
0,691 l²

Lösungsweg

  1. Erst sortieren

    5,7; 5,8; 6,2; 6,2; 6,3; 6,7; 6,8; 7,3; 8,0; 8,0

  2. Arithmetisches Mittel: Summe durch n

    x̄ = 67 / 10

    ⇒ x̄ = 6,7 l

  3. Abweichungen vom Mittelwert und ihre Quadrate

    xi − x̄: −0,4; −0,9; 0,6; 1,3; 0,1; 1,3; −0,5; −0,5; 0; −1

    ⇒ Σ(xi − x̄)² = 6,22

  4. Stichprobenvarianz: durch n − 1 teilen

    s² = 6,22 / 9

    ⇒ s² = 0,6911 l²

Worauf du achten musst

  • Median und Spannweite immer aus der sortierten Liste ablesen.
  • Durch n − 1 statt n teilen: Die Stichprobenvarianz schätzt die Varianz der Grundgesamtheit dann ohne Verzerrung.
Schwer

Beispiel 2: Konfidenzintervall für μ (σ unbekannt)

Ein Obsthof wiegt Äpfel einer neuen Sorte. Eine Stichprobe von n = 15 Äpfeln ergibt den Mittelwert x̄ = 167,5 g und die Stichprobenstandardabweichung s = 16,5 g. Das Merkmal ist normalverteilt, σ ist unbekannt.

Bestimme das 99 %-Konfidenzintervall für das mittlere Gewicht μ.

150155160165170175180185g154,82180,18x̄ = 167,50

Ergebnis

Quantil aus der Tabelle (z oder t)
2,977
Untere Grenze
154,82 g
Obere Grenze
180,18 g

Lösungsweg

  1. σ ist unbekannt: t-Verteilung mit df = n − 1 = 14

    x̄ ± t · s / √n

  2. Quantil: Konfidenzniveau 99 %, also 1 − α/2 = 0,995

    t(14; 0,995)

    ⇒ 2,977

  3. Halbe Intervallbreite

    e = 2,977 · 16,5 / √15

    ⇒ e = 12,6829 g

  4. Grenzen

    167,5 − 12,6829 und 167,5 + 12,6829

    ⇒ [154,82; 180,18] g

Worauf du achten musst

  • σ unbekannt und durch s geschätzt: t-Quantil mit n − 1 Freiheitsgraden. Es ist größer als das z-Quantil, das Intervall wird breiter.
  • Deutung: Bei vielen Wiederholungen überdecken etwa 99 % der so berechneten Intervalle den wahren Wert μ.

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